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30. Juni 2026 | Text: Markus Selinger | Antivirus für Windows
16 Schutzlösungen für Windows 11-Clients in Unternehmen
Weltweite Krisen, Supply-Chain-Attacken, Ransomware und KI unterstützte Cyberangriffe – für Unternehmen ist 2026 ein unruhiges Jahr. Schnell wird eine Schutzlösung zur letzten Abwehrmauer eines Firmennetzwerks und seiner Office-PCs. Doch wie resilient sind Unternehmenslösungen gegen Malware-Attacken aller Art? Im aktuellen März-April-Test zeigen 16 Schutzlösungen für Office-PCs mit Windows 11 starke Ergebnisse. Die Produkte müssen fast 25.000 teils brandneue Malware-Exemplare erkennen und abwehren. Zudem werden Fehlalarme und die Systembelastung der Lösungen überprüft.
Sicherheitslösungen für Unternehmen im Test:
16 Endpoint-Produkte für Office-PCs im Test unter Windows 11
Der Druck auf IT-Verantwortliche war selten so hoch wie im Jahr 2026. Einerseits müssen Security-Teams die geänderten oder neuen Datenschutzstandards wie DSGVO und NIS2 erfüllen. Gleichzeitig sehen sie sich neuen Angriffen durch stark business-getriebene Hackergruppen gegenüber. Diese nutzen moderne KI-Funktionen, um Malware schneller anzupassen und somit flexibler zu sein. Ein großer Teil dieser Attacken zielt auf die Office-PCs der Mitarbeiter, den klassischen Endpunkt im Unternehmen, den es lückenlos zu schützen gilt.
Im aktuellen März-April-Test 2026 von 16 Endpoint-Lösungen für Unternehmen unter Windows zeigen die Hersteller viele gute Testwerte und sammeln so Punkte für die Wertungstabelle. Der Prüfung stellen sich die Produkte dieser Hersteller: Acronis, Avast, HP Security, Kaspersky (mit 2 Versionen), Legendsec, Microsoft, Microworld, Net Protector, Norton, Qualys, Seqrite, Sophos, Symantec, Trellix und WithSecure.
Alle Lösungen werden in den drei Testkategorien Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit untersucht. Der letzte Punkt behandelt hauptsächlich den Test auf Fehlalarme. In jeder Kategorie vergeben die Tester bis zu 6 Punkte. Erreicht ein Produkt im Endergebnis 17,5 oder sogar 18 Punkte, erhält es neben dem Zertifikat „Approved Corporate Endpoint Protection“ auch die Auszeichnung TOP PRODUCT.
Die Schutzwirkung der Endpoint-Lösungen
Alle Produkte müssen in der Prüfung ihrer Schutzwirkung gleich mehrere Hürden überwinden. Die erste ist der Abwehrtest gegen neue Zero-Day-Malware, der sogenannten Real-World-Test. Weiter geht es mit dem Referenz-Set, in dem noch mehr Malware steckt. Diese Exemplare kursieren seit einigen Tagen im Netz und sollten daher den Security-Herstellern bekannt sein. Beide Tests wurden jeweils im März und im April ausgeführt. Daher finden sich in der Tabelle bei den Erkennungsraten vier Ergebnisse.
Unterm Strich müssen die Lösungen auf den Testsystemen unter Windows 11 insgesamt fast 25.000 Malware-Exemplare erfassen und abwehren.
7 Lösungen bestehen alle Tests völlig fehlerfrei: Avast, Kaspersky (beide Versionen), Microsoft, Norton, Qualys und WithSecure. Die Produkte von Microworld, Sophos und Symantec machen jeweils in einem Monat im Real-World-Test kleinere Fehler und erreichen so Erkennungsraten zwischen 99,2 und 99,8 Prozent. Ansonsten arbeiten sie fehlerfrei. Acronis macht kleine Fehler in zwei Abschnitten. Für diese Leistung erhalten alle genannten Produkte die vollen 6 Punkte in der Kategorie Schutzwirkung.
Die weiteren Lösungen von Net Protector, Legendsec, HP Security, Seqrite und Trellix machen in mehreren Abschnitten kleine Fehler über mehrere Monate und erhalten dafür je einen halben Punkt Abzug. Damit erreichen sie 5,5 von 6 möglichen Punkten.
Die Systembelastung der Lösungen
Gerade in Unternehmen arbeiten Mitarbeiter manchmal mit etwas älteren PC-Modellen, die in Sachen Prozessor und Arbeitsspeicher nicht üppig ausgestattet sind. Daher dürfen die Schutzlösungen die Office-PCs mit Windows 11 nicht unnötig belasten. Um dies zu prüfen, setzen die Tester einen High-End- und einen klassischen Mitarbeiter-PC ein und führen auf diesen zunächst ohne Schutzprodukt viele Operationen aus. Sie surfen Webseiten an, führen Downloads durch, installieren und starten Programme und kopieren viele Daten am PC und in ein Netzwerk. Die für diese Aufgaben benötigte Zeit dient als Referenzwert. Anschließend wiederholen die Tester alle Vorgänge – diesmal mit den installierten Security-Lösungen.
Das Ergebnis könnte kaum überzeugender sein: 14 der 16 untersuchten Produkte nutzen nur wenige Systemressourcen und zeigen auch während der Arbeit keine Systembelastung über Gebühr. Diese Produkte erhalten für ihre gute Leistung die vollen 6 Punkte.
Lediglich die Lösungen von Sophos und Symantec sorgen bei der Installation und dem Start von Applikationen für messbare Verzögerungen. Dafür gibt es je einen halben Punkt Abzug. Am Ende bleiben den Paketen aber 5,5 von 6 Punkten.

WithSecure Elements Endpoint Protection
Die Unternehmens-Security von WithSecure zeigt im Test keinerlei Fehler, erkennt die Angreifer zu 100 Prozent und erreicht so 18 Punkte

Kaspersky Endpoint Security
Das Endpoint-Produkt von Kaspersky stellt im Test seine Sicherheit unter Beweis – auch mit seiner Small Office Security-Variante: beide verdienen 18 Punkte

Norton Small Business
Das Unternehmensprodukt von Norton meistert alle drei Testabschnitte perfekt und erhält dafür drei Mal die vollen 6 Punkte

Avast Ultimate Business Security
Die Avast-Schutzlösung für Unternehmen erkennt alle Angreifer zu 100 Prozent und geht auch fehlerfrei durch die weiteren Testabschnitte: 18 Punkte
Das Fehlalarmverhalten unter der Lupe
Fehlalarme (False Positives) durch Malware-Scanner verursachen in Unternehmen weltweit hohe Kosten. Laut Studien von Finite State verschwenden IT-Sicherheitsteams wöchentlich viele Stunden mit der manuellen Prüfung von inaktiven oder harmlosen Bedrohungen. In der Studie geben 72 Prozent der Befragten an, dass Fehlalarme die Produktivität ihrer Teams massiv senken.
Daher ist der Test auf Fehlalarme ein wichtiger Bestandteil bei der Prüfung von Schutzlösungen für Unternehmen. Im Fokus steht zuerst die Fehlerkennung von harmlosen Anwendungen. Dazu lädt das Testteam fast 1,5 Millionen ungefährliche Dateien auf die Systeme.
Weiterhin installieren die Tester dutzende Anwendungen auf den Test-PCs und führen sie aus. Da zur täglichen Arbeit auch das Aufrufen von Webseiten zählt, wird mit 500 Seiten geprüft, ob es dabei zu Blockierungen kommt.
Da alle Aktionen harmlos sind, sollten die Systeme keinen Alarm auslösen. Das Ergebnis ist beindruckend: Einige Produkte stufen bei den Testdateien lediglich eine einzelne Datei falsch ein – alles andere wird korrekt als ungefährlich erkannt. Für diese gute Leistung verdienen alle 16 untersuchten Lösungen im Testbereich Benutzbarkeit die maximalen 6 Punkte.
Fazit: Ein beindruckendes Gesamtergebnis
Der März-April-Test zeigt, wie gut und sicher die untersuchten Schutzlösungen für Windows 11 auch unter harten Testbedingungen abschneiden. Die Testtabelle weist 9 Produkte mit 18 Punkten und 7 Lösungen mit 17,5 Punkten aus. Besser geht es kaum.
Falls der Fokus auf der absolut fehlerfreien Erkennung liegt, empfehlen sich in diesem Test besonders die Endpoint-Lösungen von Avast, Kaspersky (beide Versionen), Microsoft, Norton, Qualys und WithSecure.
Weitere wichtige Erkenntnisse zu Schutzlösungen unter Windows liefern die Ergebnisse der ständigen Reihe der Advanced Threat Protection-Tests. Dabei müssen die Produkte in 10 realen Angriffsszenarien Infostealer sowie Ransomware erkennen und abwehren. Selbst wenn es bei der Erkennung zu Problemen kommt, zeigt der Test, wie gut weitere interne Schutzmodule diese ausgleichen – oder auch nicht.




